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Wir danken “Hans im Glück” für die Zusendung eines Rezensionsexemplares !
Schon wieder ein Wikinger-Spiel? Irgendwie ist es mit den Themen im Brettspiele-Bereich wie mit den Trends in der Modewelt; ist mal was
“in” findet sich das Thema in verschiedenen Spielen wieder. Mir persönlich ist es jedoch egal, wieviele Wikinger-Spiele es in der letzten Zeit gegeben hat, wichtig ist
einfach, dass das Thema zum Spielmechanismus passt und dass es Spaß macht :)
In der üblich handlichen “Hans im Glück”-Box findet man folgendes Material:
- Spielplan mit Drehrad (vor dem Spiel zusammenstecken) - 8 Spielersteine (kleine Holzwürfelchen) - 45 Goldstücke (10er, 5er und
1er)..hmm... die 1er sehen eher wie Silbermünzen aus?!? :))) - 1 Startspielerfigur - 1 Stoffsack - 4 Festland-Winkel - 4 Wertungstafeln (quasi die Kurzanleitung für den kurzen
“Spicker” während des Spiels) - 78 Wikinger-Figuren aus Holz (in 6 verschiedenen Farben) - 76 Plättchen (Inseln und Schiffe) inkl. der 4 Startplättchen - 25
Sonderplättchen für das Fortgeschrittenen-Spiel (sep. Ergänzungsregel auf einem Beiblatt) - Spielanleitung
Lassen Sie sich vom Umfang der Spielanleitung bitte nicht abschrecken. Es sind immerhin 6 vollgepackte DinA4
-Seiten, die vor Spielbeginn schon einiges an Konzentration abverlangen, bevor man loslegen kann. Dazu kommt noch eine Doppelseite mit den Ergänzungsregeln für das
Fortgeschrittenen-Spiel, die man anfangs getrost zur Seite legen kann, denn erst will mal das Grundspiel erlernt werden :) .. also.. nicht von den 6 Seiten
schocken lassen, denn die Regeln sind mit genügend Bildern gespickt, so dass wir zwar so 15 Minuten für das Regelstudium brauchten, doch danach fast durchspielen konnten, ohne
nochmals in die Regeln zu “schielen”. Ok, aufgrund der Komplexität gibt es die ein oder andere Regel, die man streng genommen auch
missverständlich auslegen könnte, doch wenn man es nicht absichtlich darauf anlegt, die Regeln
misszuverstehen spielt sich das Ganze recht intuitiv. Bei Unklarheiten kann man sich ja bei den einschlägigen
Spieleforen im Netz oder direkt beim Verlag über die Auslegung der Regeln informieren. Wir hatten jedenfalls
keine besondere Mühe, die anfangs überfordernd erscheinenden Regeln zu verinnerlichen.
Ich bin ja schon seit jeher ein Fan von schönem Spielmaterial. Tolles Zubehör hat es mir einfach angetan. Und
was uns Hans im Glück da auftischt, kann sich schon sehen lassen. Der Spielplan, die Festlandwinkel und die
ganzen Plättchen sind sehr hübsch gestaltet.. einfach schön anzuschauen. Die Wikingerfiguren aus Holz sind
einfach niedlich... hier kurz eine Übersicht über die verschiedenen Farben der Figuren:
- blau = Fischer, gelb = Goldschmied, grün = Späher, rot = Adliger, schwarz = Kämpfer, grau = Bootsmann
Das Plastikinlet der Spielebox erfreut jeden Ordnungsfanatiker :) .. so.. genug geschwärmt.. um was geht’s denn bei dem Spiel?
Jeder Spieler erhält vor dem Spiel die zwei Spielfiguren seiner Farbe und ein
Startkapital an Goldstücken (abhängig von der Spieleranzahl). Der jüngste Spieler erhält die Startspielerfigur. Die Wikinger-Figuren landen im Stoffsäckchen (werden während des
Spiels zufällig gezogen). Bei Bedarf erhält jeder Spieler noch eine Wertungstafel mit dem Überblick über die große Wertung und das Spielende. Die restlichen Münzen bilden die Bank.
Der Spielplan wird in die Mitte gelegt und jeder Spieler legt einen Festland-Winkel als “sein” Spielfeld vor sich hin. Während des Spiels legt jeder Spieler Plättchen nur
in sein eigenes Spielfeld ab und stellt auch Figuren nur bei sich ab. Zu keinem Zeitpunkt wird irgendwie in das Feld des Gegners eingegriffen.
Kriegerische Auseinandersetzungen untereinander sind somit bei diesem Spiel ausgeschlossen, was vielleicht manchem Spieler nicht so gefallen wird. Die einzigste Interaktion mit den
Mitspielern erfolgt, während diese der Reihe nach ein Plättchen und eine Figur aus dem Angebot kaufen. Nur
hier hat man die Möglichkeit, durch geschicktes Auswählen, einem Gegner das Wunschplättchen vor der Nase wegzuschnappen... das läuft jedoch in der Regel recht friedlich ab :))
Das Spiel verläuft in 6 Spielrunden. Vor jeder Runde wird die Auslage (siehe Spielplan mit Drehscheibe) mit 12
Spielplättchen gefüllt. Daneben finden dann noch nach bestimmten Regeln 12 zufällig gezogene Wikinger
Figuren ihren Platz. Die Wikingerschiffe landen dabei immer auf den “teuersten” Feldern der Auslage. Die
Wikinger-Figuren werden nach ihrer Farbe sortiert und in einer vorgegebenen Reihenfolge in der Auslage
platziert. Die Zahlen auf dem Drehrad geben nun an, wieviel das daneben liegende Plättchen kosten soll (0 - 11
Goldstücke). Der Spieler an der Reihe bezahlt den Betrag und nimmt das Plättchen und die Figur. Sobald
neben der “0” kein Plättchen mehr liegt wird das Drehrad im Uhrzeigersinn so weit gedreht, bis wieder ein
Plättchen daneben liegt. So ändert sich also während der Runde ständig der Preis der Auslagen... die
Angebote werden jeweils immer günstiger. Die Idee mit dem Drehrad macht einen Großteil des Spiels aus.
Hat der aktive Spieler ein Plättchen aufgenommen, platziert er dieses in seinem Spielfeld.. also in den
Festlandwinkel. Dabei muss das Plättchen ein anderes Plättchen oder den Festlandwinkel berühren. Die
Legeregeln führe ich hier nicht weiter aus... das sehen Sie dann im Original, sobald Sie das Spiel gekauft
haben ;)) Wurde das Plättchen in die Reihe gelegt, bei der die Farbe der Reihe und die Farbe der
aufgenommenen Wikinger-Figur übereinstimmen, darf der Spieler die Figur direkt auf dieses abgelegte
Plättchen setzen, ansonsten landet es auf dem Festland beim Bootsmann und kann später mit dem Bootsmann
übergesetzt werden. So geht’s immer weiter reihum bis das ausliegende Angebot erschöpft ist. Danach erfolgt
eine Wertung.. entweder die kleine Wertung (nach der 1. 3. und 5. Runde) oder die große Wertung (nach der 2
. 4. oder letzten Runde). Bei der Wertung erhalten die Spieler Siegpunkte, die sie mittels ihrer Spielfigur auf der
Zählleiste des Hauptspielplans vorrücken, oder auch neue Goldstücke (über den Goldschmied oder beim
Abwehren der Wikingerschiffe), die sie später wieder zum Erwerb von neuen Plättchen verwenden können.
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Nach der Wertung wird die Startspielerfigur weitergegeben. Der neue Startspieler legt das neue Angebot
(Plättchen und Figuren) aus und weiter geht’s. So geht es nun immer weiter, bis alle 72 Plättchen gespielt
wurden. Danach gibt es wie gesagt die letzte große Wertung und anschließend noch das Spielende, welches bestimmte Sonderheiten auslöst.
Während des Spiels erhält man wie schon erwähnt Siegpunkte für die ausgelegten Wikinger-Figuren (insofern
sie nicht von Wikingerschiffen bedroht sind) oder auch beim Abwehren der Schiffangriffe durch die Kämpfer.
Am Ende des Spiels erhält man zusätzlich noch Siegpunkte für die längste Insel, für die meisten Inseln oder
für die meisten übrigen Bootsmänner. Außerdem muss man während des Spiels dafür sorgen, dass die Fischer
die übrigen Wikingerfiguren (so wie auch sich selbst) mit Essen versorgen (aber immer nur Fisch???..bäh
*grins*). Hat man hier zu wenig vorgesorgt, erhält man “Minus”-Siegpunkte. Bei Überversorgung kann man hier noch ein paar Punkte ergattern.
Klar gewinnt der Spieler, der zum Schluss die meisten Punkte abgesahnt hat. Aufgrund des Umfangs der
Spielanleitung wollte ich hier nur eine grobe Zusammenfassung der Regeln abliefern. Die Vollständigkeit war
hier nicht mein Ziel... ich wollte eben nur einen Überblick bieten... so... deshalb ist hier auch Schluss mit
Regelkunde ;) .. obwohl: noch kurz was zu den Fortgeschrittenen-Regeln: Das Spiel bietet noch einige
Sonderplättchen, die beim Fortgeschrittenen Spiel Einsatz finden. Diese Plättchen machen das Spiel noch ein wenig komplexer... aber auch das Grundspiel ist bereits sehr gut.
Für uns ist “Wikinger” ein wirklicher Hit. Trotz der anfangs zu komlex
erscheinenden Regeln, spielt es sich absolut flüssig und nach kurzer Einspielzeit läuft es einfach. Die Spieler halten sich während ihres Zugs nicht
mit zuviel Aktionen auf, so dass auch den Mitspielern während der nur kurzen Wartezeit nicht wirklich langweilig wird. Auch toll ist, dass sich das Spiel auch
zu zweit wirklich sehr gut spielen lässt, was ja leider bekannterweise nicht immer der Fall ist. Es spielt sich mit jeder Spieleranzahl nahezu gleich gut. Ein
Kandidat für den Preis “Spiel des Jahres 2007” ist es aufgrund des Regelumfangs eher nicht... denk ich zumindest mal; aber ein guter Kandidat
für den “Deutschen Spielepreis 2007” ist es definitiv...
...mein Tipp: 75 %ige Chance zum 1. Platz des genannten Preises.
Fazit: mir fällt kein Grund ein, das Spiel nicht zu kaufen... außer vielleicht “keine Kohle mehr” *smile*, oder
“man hat es schon” :))
(c)2007 Dirk Trefzger
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